AS Monaco – BVB 19.04.2017 Erste Runde Bus kaputt….Abenteuerfahrt in den Zwergenstaat

AS Monaco, so lautetet unser Los für das Viertelfinale, zunächst zuhause. Auswärts waren wir mit vier Mitgliedern vertreten. Chris und Dax hatten sich gleich nach der Auslosung Flug und Übernachtungen in Nizza gesichert. Tobey und ich entschieden uns, in einem aus Dortmund kommenden Bus mitzufahren.

Zu dem unfassbaren Anschlag, der vor dem Hinspiel gegen unsere Mannschaft verübt wurde, die wenig menschliche Reaktion der UEFA, nur einen Tag später das Spiel nachzuholen und die mittlerweile stattgefundene Aufklärung des Verbrechens wurde in den Medien ausführlich berichtet. Zum Zeitpunkt des Rückspieles in Monaco waren die Hintergründe der Tat aber noch nicht bekannt und so war es keine ungetrübte Vorfreude auf das Spiel, welches, sowohl aus sportlicher wie auch aus psychologischer Sicht, enormes von unserer Mannschafft abverlangte.

Los gehen sollte die Fahrt für uns um 23 Uhr in Frankfurt, doch der Bus war in einen Stau geraten. In einer engen Baustelle musste der Bus zudem an einen Pannen-Lkw vorbei und touchierte eine Baustellenabsperrung, was nicht lange danach zu großen Problemen führen sollte Um 23:30 Uhr war der Bus da. Endlich auf nach Monaco! dachten wir, doch die Fahrt dauerte kaum 20 Minuten als ein seltsam klapperndes Geräusch ertönte. Reifenplatzer an der Hinterachse!

Der Busfahrer gab sich zunächst sehr entspannt und teilte mit, dass wir nun langsam einen Ratsplatz ansteuern würden. „Dann müssen alle den Bus verlassen und der Reifen wird gewechselt, so wie beim Pkw“ und in ca. einer halben Stunde ginge es dann weiter. Aus der halben wurden über zwei Stunden, denn außer dem Reifen waren auch die Luftfederung und Niveauregulierung beschädigt. Abwechselnd im eiskalten Freien und in der mit unseren Mitreisenden überfüllten Tankstelle warteten wir bei einigen Bierchen ungeduldig ab, wann es weiterging. Wie wir erst im Bus erfahren hatten, durften die Fanbusse nicht direkt nach Monaco fahren. Wir sollten zum Bahnhof nach Nizza gebracht werden und von dort mit einem Sonderzug nach Monaco fahren. Dort dann zu Fuß weiter zum Stadion. Nach rund 1,5 Stunden traft der Pannendienst ein, reparierte die Luftfederung und wechselte den Reifen. Damit war aber das Problem mit der Niveauregulierung noch nicht behoben. Dies sollte in einer Omnibuswerkstatt Nähe Bruchsal geschehen und maximal 30 Min. dauern. Um 03:45 Uhr ging es weiter, zunächst wurden in Bensheim und Bruchsal weitere Mitreisende eingesammelt, dann ging es in die Werkstatt. Leider dauerten die Reparaturarbeiten viel länger als gedacht, so dass wir um 5:45 Uhr (!) aus der Werkstatt rollten. Sorgenvolle Blicke auf die Uhr und das Rechnen begann – würde die Zeit reichen?

Weitere Mitreisende in Offenburg stiegen zu, statt fünf nur noch zwei Personen, drei hatten aufgegeben und glaubten nicht mehr an eine rechtzeitige Anreise. Nun hätten wir stramm durchfahren müssen, von kurzen Pausen abgesehen. Leider wurden wir auf einem Rastplatz kurz vor Freiburg abermals aufgehalten, weil der Zoll eine Ausweiskontrolle im Bus durchführte. Dies kostete uns wertvolle Zeit.

Dann endlich, schon nach neun Uhr, die Einreise die Schweiz. Das Wetter wurde zusehends ungemütlicher und winterlicher, bis wir schließlich durch eine flächendeckend eingeschneite Winterlandschaft fuhren. Vor dem Gotthard-Tunnel noch ein kurzer Stau und dann ging es durch die 17 km lange Röhre. Überraschung auf der anderen Seite! Statt Schnee die herrliche Tessiner Frühlingslandschaft und strahlender Sonnenschein.

Vor dem Gotthard: Winter

Nach dem Gotthard: Frühling

 

 

 

 

 

Dem Ziel immer näher: Mittelmeer in Sicht

 

Weiter ging es, immer im Kampf gegen die Uhr, von der Schweiz nach Italien. Dann endlich, gegen 15:30 Uhr, erreichten wird das Mittelmeer! Jubel im Bus, zwar waren es immer noch knapp drei Stunden zu fahren, aber gefühlt war man dem Ziel schon nahe.

Mittlerweile hatten wir eine erlösende Nachricht erhalten, nämlich dass wir mit dem Bus direkt nach Monaco fahren durften. Unsere Reiseleitung hatte das mit den Fanbetreuern vor Ort bewerkstelligt, sonst hätten wir es nicht mehr zum Anpfiff geschafft. Die Strecke am Meer entlang war nichts für schwache Nerven, genauer gesagt Leute mit Höhenangst. Ständig führte die Straße über steile Schluchten, Brücken in Höhen, wie man sie in Deutschland kaum kennt, dann ein Tunnel und die nächste hohe Brücke. So ging es gefühlt mindestens 40 Mal. Gegen 18 Uhr näherten wir uns auf den berühmten Straßen mit den Haarnadelkurven dem Fürstentum. Leider waren nicht alle Straßen für den Doppeldeckerbus geeignet, so dass unsere Busfahrer ihr ganzes Können zeigen und einige Male den Bus wenden mussten, einmal mit Unterstützung der monegassischen Polizei.

Das Ziel in Sicht…

Aus den Busfenstern wurden eifrig Bilder geknipst und die Vorfreude stieg, als wir den ersten Blick, noch von hoch oben, aufs Stadion werfen konnten. Schließlich, nach schier endlosem Gekurve standen wir direkt vor dem Stade Louis II. Es war 19 Uhr! 19 einhalb Stunden im und am Bus lagen hinter uns, für unsere Mitreisenden aus Dortmund hatte die Reisezeit sogar 23 (!!!) Stunden betragen.

Stade Louis II

Jetzt gab es nur noch ein Ziel; so schnell wie möglich die strengen Einlasskontrollen hinter uns bringen und in den Block! Das Stadion: Ist ja immer Geschmackssache, mir persönlich gefiel die Architektur mit den Säulen, Bögen und versetzen Blöcken gut. Obwohl es kein reines Fußballstadion ist, war man vom Gästeblock aus dem Spielfeld recht nahe. Überraschung des Tages: Marc Bartra war mitgereist und erhielt von Gästeblock herzlichen Applaus. Der Sprung ins Halbfinale war möglich, aber es würde ein großer Kraftakt für unsere Jungs werden. Leider erhielten wir schon in der 3. Minute einen Dämpfer, als Mbappé zum 1:0 einnetzte. Falcao erhöhte in der 17. Minute auf 2:0. Der BVB erarbeitete sich durchaus Chancen, aber das ersehnte Tor fiel nicht. Eine schwere Hypothek für die zweite Halbzeit, doch gleich in der 48. gelang Reus der Anschlusstreffer. Hoffnung keimte auf, bis zur 81. Minute, da erhöhte leider Germain auf 3:1. Die Minuten rannen dahin und es war klar, dass das Spiel nicht mehr gedreht werden konnte.

Die Mannschaft dankt den mitgereisten Fans

Für die trotzdem durchgehende Unterstützung der mitgereisten Borussen bedankte sich die Mannschaft nach Abpfiff vor dem Gästeblock. Unsere Rückreise verlief zum Glück ohne Zwischenfälle und gegen 13 Uhr konnten wir in Frankfurt den Bus verlassen.

Die Europareise des BVB ist damit für die Saison beendet, aber wir kommen wieder!

 

 

Aber eins, aber eins, das bleibt bestehn, der BVB, der BVB, wird niemals untergehn!!!

 

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